Praxis 

Kinder- und Jugendmedizin

Dr. Wilfried Henes

Dr. med. Wilfried Henes

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

Kinder- und Jugendpneumologe

Finkenweg 6

72531 Hohenstein

Fon 07387 987 2370

www.praxis-henes.de

Erkältung

Erkältungskrankheiten 

Eine Erkältung ist eine akute Infektion der oberen Atemwege, die man sich vorzugsweise bei nasskaltem Wetter zuzieht. Typische Symptome sind Husten, Schnupfen und Heiserkeit. In aller Regel handelt es sich um eine Virusinfektion – über 200 verschiedene Virustypen kommen in Frage. Diese sogenannten grippalen Infekte sind die häufigsten vorkommenden Erkrankungen; viel seltener handelt es sich um eine echte Grippe (= Influenza).


Zu Beginn oder im Verlauf der Erkältung treten Beschwerden auf wie Frösteln, erhöhte Temperatur, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Kopf- bzw. Gliederschmerzen. Bei Kinder ist oft auch Fieber dabei. Das anfängliche Kitzeln in der Nase mit Niesreiz geht meist schnell in Schnupfen über. Die Entzündung breitet sich dann aus, so dass es zu einer Rachen- und Kehlkopfentzündung oder auch zu einer Bronchitis kommen kann.


Im Schnitt plagt sich jedes Kindergartenkind jährlich 10 bis 12 Mal mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit und oft auch mit Fieber herum. Der Infekt kann zwischen sieben und zehn Tagen dauern. Diese sogenannten banalen Infekte rauben aber nicht nur den Eltern den Schlaf, sie bauen vor allem einen Schutz vor allergischen Erkrankungen auf. Diesen natürlichen Schutz erwerben vor allem Geschwisterkinder, die sich häufig gegenseitig anstecken. 

Es scheint aber, dass eine gelungene Infektabwehr - auch mit Fieber - das Immunsystem stärkt und damit gegen stärkere Infektionskrankheiten trainiert wird. Das Immunsystem spielt auch eine wichtige Rolle gegen das Auftreten von bösartigen Erkrankungen.

Auch in der entsprechenden Jahreszeit erkrankt nicht jeder Mensch an Husten, Schnupfen, Heiserkeit oder wird sogar Opfer einer Grippewelle. Zwei Bedingungen müssen dazu erfüllt sein: Erstens der Kontakt mit einem entsprechenden Virus, und zweitens die Bereitschaft sich diesen Virus auch einzufangen. Der Kontakt mit Viren lässt sich allerdings kaum umgehen. Auch das Meiden von Menschenansammlungen oder das Tragen eines Mundschutzes sind nur von begrenzter Wirksamkeit.

Beeinflussen lässt sich aber die Erkrankungsbereitschaft durch das Vermeiden von Verkühlung – nicht zufällig tragen Erkältungen im Volksmund diese Bezeichnung. Der Witterung angemessene Kleidung und Schuhwerk sind hilfreich. Die Abhärtung des Organismus durch kaltes Duschen oder Warm-Kalt-Wechsel der Umgebung hat einen vorbeugenden Wert. Nasenspülungen, mit entsprechend auf die physiologischen Gegebenheiten der Nase abgestimmten Salzen, haben einen Schutzeffekt. 


weitere Informationen


• Grippeimpfungen können nur bei der selteneren echten Grippe helfen 

• Antibiotika – helfen nicht bei viralen Erkrankungen. Antibiotika sind nur erforderlich, wenn sich Komplikationen ein- stellen; wenn sich zu der Viruserkrankung also noch eine bakterielle Erkrankung gesellt und die Erkrankung droht, ernstere Ausmaße anzunehmen. 

• Einige fiebersenkende Mittel können vorübergehend zu mehr Wohlbefinden führen – man spürt die Krankheit nicht mehr so stark. Diese können aber die Krankheit unter Umständen verlängern. Fieber ist Teil der Abwehr, nicht Teil der Krankheit. Fieber ist in aller Regel gesundheitsfördernd – mit wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel wiederholten Fieberkrämpfen bei Kindern.

• Abschwellende Nasentropfen sind kurzfristig angenehm. Schon nach einigen Tagen aber können viele Nasentropfen mit chemisch-synthetisierten Wirkstoffen das Problem verschärfen. Man nimmt die Tropfen dann nur noch, um den Zustand zu erzeugen, den man ganz ohne diese Tropfen ohnehin hätte. Diese Nasentropfen mit chemisch-syntheti- sierten Wirkstoffen können ein hohes Abhängigkeitspotenzial haben.


Was helfen kann

• Ruhe –  körperliche Schonung, vor allem kein Sport 

• Viel trinken

• Mit hochgelagertem Kopf schlafen

• Für ausreichende Luftfeuchtigkeit in beheiztenRäumen sorgen

• Auf keinen Fall rauchen - auch nicht passiv

• Salz-Inhalationen machen die Nase freier und erleichtern das Atmen. Das Gleiche gilt für Spülungen der Nase 

• Hausrezepte – aber nicht zwanghaft angewandt. Warmer Kamillentee mit Honig dämpft Hustenreiz und Halskratzen. Das Gleiche gilt für Halspastillen, z.B. mit physiologisch wirkendem und mineralhaltigem Salz – diese lassen sich auch noch unterwegs verwenden.  Auch Hals- und Brustwickel kommen zum Einsatz.


Bei schwerem Verlauf oder im Fall von Komplikationen bitte den Arzt aufsuchen.